Irgendwann war ich an dem Punkt angekommen, an dem mir Bilder alleine nicht mehr genügten.
KAI GEORG WUJANZ
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Romanmanuskripte

Totholz Totholz trieb lange Und ging nicht unter Fand einen Träumer nach durchtriebener Ewigkeit zweischneidiges Schwert in Kinderhand Blieb wieder liegen Bis es ein anderer fand Zeigestock in reifer Männerhand Hier! Da! Und dort! Nun Schau! Zittriges Muster in welligem Sand Ach, was soll’s… Totholz trieb lange Und ging nicht unter 2012
Ode an das Meer Wenn die Wellenkämme mir winken, ungestüm, schäumend und nah, dann ist meine Stunde da, mit nacktem Fuß in betäubender Kälte ein Stück hinein, dem bleiernen Tier einen Schritt entgegen, lasse ich mich ein und langsam tragen, der Welten Wiege frisch entsprungen. An Bächen geträumt, mit hölzernen Rinden Stromschnellen umschifft und wieder Heim gefunden, den Geschmack von Abenteuer auf den Lippen, Fremdwort an klebrigem Bonbon, In die Havel gespuckt und den Seewolf geguckt, in das tiefe Blau gefahren, leuchtender Teppich aus feinem Schaumfaden. Ich höre dir zu, immer noch, mit geschlossenen Augen, du kommst und du gehst, nach deinem universalen Urgesetz. Staunend halte ich Ausschau und habe Angst vor deiner Kraft, denn deine Tiefe ist mir unheimlich, und dennoch fühle ich mich dir verbunden, atemloses, wogendes Herz, trägst mich mit einer Leichtigkeit, machst du mich zu Deinem. 2012
© KAI G. WUJANZ 2017